3 // Gitarre & Bass Magazin Review

Natürlich fragt man sich angesichts solcher Neuheiten immer wieder: „Wer braucht eigentlich noch einen neuen Pickup-Hersteller?“ Das Angebot ist doch bereits mehr als üppig. Wenn aber die Qualität derart überzeugt wie bei den Kreationen des Amerikaners Tyler Henderson mit Wohnsitz in Wiesbaden, muss man einfach aufhorchen. Der 36-jährige sammelte seine Erfahrungen bei zwei großen amerikanischen Gitarren- und Pickup-Herstellern. Außerdem ist er seit mehr als 15 Jahren als aktiver Gitarrist unterwegs. Offenbar hat er dabei ein sagenhaft gutes Händchen entwickelt, denn sein Stratocaster-Set gibt einen beeindruckenden Einblick in einen kleinen Ausschnitt seiner Fähigkeiten. Tyler repariert, wickelt defekte Pickups neu, und das alles nach den spezifischen Klangvorstellungen seiner Kunden. Im Angebot sind außerdem unterschiedliche Klassiker wie Stratocaster-, Telecaster-, P-Bass- und Jazz-Bass-Repliken. Er verwendet ausschließlich amerikanische Parts und wickelt von Hand punktgenau ein Set nach Wunsch.

Das von Tyler zur Verfügung gestellte Test-Set überzeugt durch eine unglaublich offene und durchsichtige Darbietung. Die drei Pickups besitzen eine fantastische Balance, tönen dabei niemals harsch oder unangenehm und überzeugen sogar im heavy Distortion-Betrieb. Sie klingen nicht so „quacky“ wie die meisten unserer Referenz-Sets, dafür bieten sie einen sagenhaften Twang und einen „Bloom“, den man sonst nur von guten Humbuckern kannte. Die Töne scheinen tatsächlich wie von einem unsichtbaren Kompressor angetrieben. Sie erlauben Klänge, die man etwa von Robert Cray, Mark Knopfler oder David Gilmour kennt, mit überzeugender Treffsicherheit. Besonders gut gefiel dabei ihre Unabhängigkeit von der Qualität des Instruments. Sie funktionieren einfach in jeder Gitarre gut, gleichgültig aus welcher Preisklasse das jeweilige Instrument stammte. Sie klingen zwar stets sehr nahe am Vorbild aus Fullerton, bieten jedoch eine Ausgewogenheit, die man solchen Pickups bisher noch nicht zugtraut hatte. Die deutsche Szene ist dabei um ein Pickup-Talent reicher. Den Namen sollte man sich jetzt schon mal merken!

Udo Pipper, Gitarre & Bass Magazin

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